„Heute bin ich wild und böse …“ – Wenn Kinder trotzen

„Heute bin ich wild und böse …“ - Wenn Kinder trotzen

Wenn Kinder trotzen, fühlen wir Eltern uns fast immer hilflos, ratlos, entsetzt und gnadenlos überfordert. Nicht selten treiben uns unsere gerade erst dem süßen Strampler entwachsenen Sprösslinge an den Rand der Verzweiflung (oder auch darüber hinaus) und wir schielen neidisch auf die anderen Eltern, deren Kinder sich weder im Kaufhaus auf den Boden werfen noch mit schrillen Schreien beinahe den Straßenverkehr zum Erliegen bringen oder uns im Kindergarten das Gefühl geben, als kompetente Erziehungsperson gnadenlos versagt zu haben. [mehr…]

Aber – oh Wunder !
Im Gespräch mit anderen Elternteilen, z.B. in Krabbelgruppen oder Spielkreisen kommt Erleichterung auf. Da erzählen auch andere Mütter (ich möchte die Männer nicht ausschließen, aber meist sind es die Mütter, die solche Kreise besuchen), dass auch Tim, Lara, Paul oder Anna zuweilen richtige kleine Monster sind. Und uns wird ein wenig leichter ums Herz.

Was passiert denn aber eigentlich in der Trotzphase ? Warum zeigen unsere Kinder im Alter zwischen etwa 18 Monaten und 4 Jahren Verhaltensweisen, die uns so unverständlich sind ? Und wie können wir darauf reagieren ?

Schon mit dem Wissen, dass die Trotzphase vereinzelt auch Parapubertät (= Scheinpubertät) genannt wird, wird uns vieles klarer. Jede/r von uns hat eine Vorstellung von pubertierenden Jugendlichen und wohl auch selbst einmal gespürt, wie schwierig diese Phase ist, in der die Hormone verrückt spielen und man sich selbst nicht mehr (aus)kennt.
Auch in der so genannten „Trotzphase“ finden hormonelle Veränderungen statt und es gibt Veränderungen im innersekretorischen System (Drüsen). Diese Vorgänge bleiben nicht ohne Auswirkungen:
Das Kind ermüdet schnell. Konnte es noch vor kurzem ohne Probleme den Familienausflug zu Fuß bewältigen, so klagt es jetzt nach kurzer Zeit darüber, es könne nicht mehr laufen. Tatsächlich ist das nicht die reine Bequemlichkeit, wie wir Eltern oft annehmen, sondern eine Folge der Veränderungen im Körper. Weitere Auswirkungen dieser körperlichen Veränderungen sind beispielsweise Schweißausbrüche, Nervosität und Blutdruckerhöhungen. Und damit wird auch verständlich, warum unsere Trotzkinder so heftig reagieren, rote Köpfe bekommen, unruhig sind und so wankelmütig in ihren Gefühlsäußerungen.
Wenn die körperlichen Vorgänge vergleichbar sind mit denen der Pubertät (oder Wechseljahre), kann es dann nicht sein, dass die Kinder genauso verunsichert sind wie pubertierende Jugendliche ? Und wer mag dann noch glauben, dass uns unser Trotzkind mit seinem Verhalten ärgern will ?
Aber das ist ja nur die physische Seite der Medaille.
Auch auf der geistigen und psychischen Ebene passieren gravierende Dinge. Und hier kommt der Begriff der „Autonomiephase“ zum Tragen, der den Begriff „Trotzphase“ in der Literatur inzwischen immer häufiger ablöst. „Autonomie“ (aus dem griechischen) bedeutet „Eigengesetzlichkeit“.

In dieser für Eltern und Kind ach so schwierigen Phase (manchmal scheint sie nie enden zu wollen) lernt unser Kind Dinge, die es als erwachsener Mensch dringend braucht: z.B.: sich von anderen abzugrenzen, seinen eigenen Willen durchzusetzen, Konflikte auszutragen, Frustrationen zu ertragen, Grenzen des eigenen Handelns zu erkennen sowie – irgendwann – die Grenzen des eigenen Handelns zu akzeptieren.
Und wir Elternteile bieten die ersten Übungsfelder. Wo und wie, wenn nicht zunächst in seinem engsten Umfeld – nämlich bei und mit uns – sollte unser Kind all diese wichtigen Dinge lernen? Aber bei allem neu gewonnen Verständnis:

Welche Reaktionsmöglichkeiten haben Eltern, wenn sich ihr Kind in einem Trotzanfall befindet ? Wie können Sie Ihr Kind in der Entwicklung seiner Autonomie unterstützen ?

Jedes Kind ist anders und jede/r Erwachsene reagiert anders. So gibt es keine Patentrezepte und jede/r muss für sich und seine Situation herausfinden, welches Verhalten jeweils „passt“. Was in der einen Situation gut ist, kann in der anderen Situation oder bei einem anderen Kind völlig unpassend sein.
Wichtig ist auch zu bedenken, dass Kinder in der Autonomiephase oft nicht mehr allein aus ihrem Wutanfall herausfinden. Sie geraten oft buchstäblich außer sich und benötigen die Hilfe ihrer Bezugsperson. Um zu beurteilen, ob Ihr Kind möglicherweise allein aus einem „Anfall“ herausfindet oder wann es in Not ist und Ihre Hilfe braucht sind Ihre Augen, Ihre Ohren und Ihr Herz die wichtigsten Werkzeuge. Sie kennen Ihr Kind am besten und können am besten entscheiden, wie Sie in dieser Situation reagieren wollen. Tipps von anderen zu hören und gegebenenfalls zu übernehmen kann eine große Entlastung sein, Rat-Schläge von Außenstehenden aber sind da wenig hilfreich.


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