Der Weihnachtsbaum

Immergrüne Pflanzen haben die Menschen von jeher fasziniert [mehr…]

Kannst Du Dir Weihnachten ohne einen funkelnden Weihnachtsbaum vorstellen? Vermutlich nicht und so geht es inzwischen Millionen von Menschen weltweit. Egal ob wir ihn Weihnachtsbaum, Christbaum oder einfach Tannenbau nennen, der grüne Nadelbaum ist zu einem unverwechselbaren Symbol für die Weihnachtszeit geworden und gehört dazu wie Plätzchen, Kerzen und Krippen. Vor allem in den christlich geprägten Regionen erfreut sich der festlich geschmückte Tannenbaum großer Beliebtheit, denn mit seinen Kerzen, Lichterketten, farbigen Kugel und Schleifen verbreitet er sofort besinnliche Weihnachtsstimmung. Die ganze Familie und besonders die Kinder erwarten den 24. Dezember, wenn sie sich unter dem Baum versammeln, Frohe Weihnachten rufen und anschließend  die Geschenke auspacken. Obwohl der Tannenbaum wie selbstverständlich zum Weihnachtsfest dazu gehört, wissen viele Menschen jedoch gar nicht, dass der Brauch eine  geschmückte Tanne in das Zimmer zu stellen noch gar nicht so alt ist. Erst vor ungefähr 200 Jahren wurden die ersten Christbäume in den Häusern aufgestellt, davor gab es  lediglich den sogenannten Klausenbaum.

Der Ursprung des Weihnachtsbaumes

Als Ursprung des Christbaumes gelten heidnische Bräuche. Von jeher verehrten die Menschen immergrüne Pflanzen als Zeichen der Fruchtbarkeit und Lebenskraft. Die antiken Römer schmückten ihre Häuser mit Lorbeerzweigen zum Jahresende und die Germanen hängten zur Wintersonnenwende die sog. Wintermaien, Tannenzweige und anderes Immergrün, in ihren Häusern auf, um böse Geister abzuwehren. Die Farbe grün stand für die Hoffnung auf die Wiederkehr des Frühlings.

Der Weihnachtsbaum im Mittelalter

Im Mittelalter konnten die meisten Menschen noch nicht lesen oder schreiben. Daher veranstalteten die Kirchen zur Weihnachtszeit sog. Paradiesspiele, um den Gläubigen die Geschichte von Adam, Eva und dem Paradiesbaum zu vermitteln. Zu dieser Zeit war der 24, Dezember der Gedenktag Adams und Evas. Da im Winter die einzig grünen Bäume Tannen, Fichten, Buchsbäume, Eiben und Wacholder sind, wurden diese als Paradiesbäume in die Kirchen geholt. Diese wohlduftenden, immergrünen Bäume wurden mit roten Früchten geschmückt und dienten als Symbol für Evas Sündenfall. Zu dieser Jahreszeit gab es allerdings in Deutschland nur Äpfel als rote Frucht. Die roten Christbaumkugeln erinnern uns heute noch daran.

Somit wurde der Tannenbaum einerseits zu einem Symbol für die Vertreibung aus dem Paradies, das ein Unglück für die Menschen darstellte. Andererseits aber war er eine Erinnerung an den Geburtstag Jesus Christus, der das Unglück wieder von den Menschen genommen hat.

Dennoch können wir heute nicht mit mit Sicherheit sagen, wann der Brauch des geschmückten Tannenbaums in die Häuser einzog. Es scheint jedoch so zu sein, dass sein Triumphzug um die Welt in Südwestdeutschland begann. Im Jahre 1419 wird ein geschmückter Baum bei der Freiburger Bäckerzunft erwähnt. Die älteste schriftliche Erwähnung eines Christbaumes finden wir in Mainzer Unterlagen von 1527, in denen von einem Weihnachtsbaum im Hübnerwald bei Stockstadt am Main die Rede ist. Schließlich wurde 1539 ein geschmückter Tannenbaum vor dem Straßburger Münster aufgestellt.

Offensichtlich gefiel den Zünften die Idee mit einem geschmückten Baum so gut, dass diese immer häufiger in ihren Zunfthäusern zur Weihnachtszeit Christbäume aufstellten. Die erste schriftliche Erwähnung in Norddeutschland stammt aus dem Jahr 1570. Von den Zünften ging die Tradition dann zunächst auf die wohlhabenden Familien in den Städten und den Adel über, da Tannen damals selten und somit teuer waren.

Der Weihnachtsbaum - Eine weltweite Erfolgsgeschichte

Im Jahr 1611 kam die Herzogin Dorothea Sibylle von Schlesien auf die wunderbare Idee den Weihnachtsbaum erstmalig mit Kerzen zu schmücken. Ab 1730 wurde es dann üblich Kerzen als symbolische Hoffnungsträger auf den Baum zu befestigen. Diese Tradition beschränkte sich allerdings zunächst noch auf die evangelischen Familien.

Aufgrund der Freiheitskriege gegen Napoleon Anfang des 19. Jahrhunderts, erhielt der Christbaum eine konfessionsübergreifende Bedeutung. Er galt als das Symbol des Deutschtums und Bestandteil des Weihnachtsfestes. Aus diesem Grund legten clevere Geschäftsleute verstärkt Fichten- und Tannenwälder an, um die Nachfrage zu decken. Von den Städten ausgehend verbreitete sich der Brauch auch im ländlichen Deutschland. Deutsche Auswanderer und der Adel machten den Tannenbaum schliesslich in ganz Europa bekannt und beliebt.

So kam der Brauch dann bald auch nach Amerika. Auswanderer und deutsche Soldaten, die im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg kämpften, brachten den Weihnachtsbaum in das neue Land. Bereits 1891 stand der erste "Christmas tree" vor dem Weißen Haus in Washington. In den USA entstand dann auch die Tradition den Baum mit elektrischen Lichtern zu schmücken.

Der Christbaumschmuck, wie wir ihn heute kennen, entwickelte sich erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Mundgeblasene Glaskugeln ersetzten Äpfel und Lebkuchen. Auch andere Dekorationen, wie z.B. Lametta, Sterne, Holzanhänger etc. wurden zu dieser Zeit sehr populär. Es entstand eine riesiger Markt rund um den Christbaumschmuck, der bis heute ungebrochen anhält.

Hättest Du es gewusst?

Die Katholische Kirche stellte sich lange gegen den Christbaum, der in ihren Augen ein heidnisches Symbol war, welches beim Bürgertum beliebt war. Die Weihnachtskrippe wurde als Weihnachtssymbol als ausreichend betrachtet. Erst im Jahre 1982 wurde erstmals ein Weihnachtsbaum auf dem Petersplatz in Rom aufgestellt.

Eine viel jüngere Vergangenheit hat Der Adventskranz

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