Silvester- und Neujahrsbräuche

Wer kennt die Bedeutung der Wünsche “Guter Rutsch” oder “Prost Neujahr”? Warum wird das alte Jahr mit Krach und Feuer verabschiedet und das neue Jahr begrüßt?
Wieso isst man Sauerkraut, Linsensuppe oder einen Karpfen an Neujahr? [mehr…]

Mit Silvester bzw. der Verabschiedung eines alten Jahres und der Begrüßung eines neuen Jahres sind viele Bräuche, Aberglauben und Wünsche verbunden.

Silvester- und Neujahrswünsche

Ist Mitternacht noch fern, so wünscht man seinen Mitmenschen ab dem 27.Dezember "Ein gutes und gesegnetes neues Jahr!", so oder so ähnlich ist der offizielle Silvester- bzw. Neujahrsgruß.
Im Freundes- und Bekanntenkreis wünscht man sich einen "Guten Rutsch!". Mit dem Rutsch ist jedoch nicht ein gutes "Hinüberrutschen" ins neue Jahr gemeint, viel mehr geht die Formulierung auf das mittelhochdeutsche Wort "rosch" zurück, welches der Bedeutung von „Anfang“ entspricht. Andere Quellen ordnen das Wort "rosch" dem Rotwelschen, einer Studentensprache, zu, jedoch mit derselben Bedeutung.

Nachdem die ersten Sekunden des neuen Jahres angebrochen sind, stößt man auf den Silvesterparties, im Freundeskreis in der Regel mit einem Glas Champagner an und sagt "Prosit Neujahr" oder "Prost Neujahr". Das Wort "Prosit" ist lateinisch und bedeutet "es möge gelingen".

Mit allen diesen Wünschen für das neue Jahr wird die Hoffnung ausgedrückt, dass das kommende Jahr dem Mitmenschen Glück bringen werde.

Brauchtum und Aberglauben an Silvester

Das älteste Brauchtum in der Silvesternacht ist das Lärmschlagen und Krach machen, so wie Schrecken verbreiten, denn in alten Zeiten wollten unsere Vorfahren mit diesem Treiben böse Geister verjagen, die sich besonders im Winter und in den Rauhnächten herumtrieben.
Die Germanen benutzten Schellen, Peitschen und Dreschflegel zum Krachmachen. Im Mittelalter und noch später wurden Kirchengeläut, Pauken und Trompeten eingesetzt. Seit Urzeiten verkleideten sich die Menschen in unheimliche Gestalten, Hexen, Ungeheuer u.a. und zogen lärmend durch die Ortschaften. Mit der Verbreitung des Schwarzpulvers in der Renaissance kam das Schießen mit Böllern und Gewehren auf.
Heutzutage wird dieses Brauchtum auf der ganzen Welt durch gigantische Feuerwerke ersetzt. Nicht nur mit Böllern, sondern auch mit Raketen, die mit ihrem Lärm das Jahresende anzeigen und das neue Jahr einleiten. Feuerwerkskörper und Silvesterböller dienen in unserer Zeit weniger der Vertreibung von Dämonen und bösen Mächten, sie sind wohl eher ein Ausdruck der Freude.
Fast allerorts in Deutschland und in vielen anderen Ländern ist der Jahreswechsel unüberhörbar. Überall ertönen Knallkörper und erhellen Leuchtraketen die Nacht. Alleine in Deutschland werden Jahr für Jahr Knaller, Böller, Schwärmer und vor allem Raketen für mehr als 100 Millionen Mark in die Luft gejagt, auch wenn kirchliche und wohltätige Aktionen immer wieder mahnen, das Geld doch lieber anstatt für ein Feuerwerk für soziale Zwecke zu spenden.
Aber nicht nur mit Raketen und Böllern wird heutzutage Silvester gefeiert, denn in den Alpenregionen ist es heute noch üblich, das neue Jahr mit Peitschengeknall anzukündigen. Dieser Brauch erinnert an den germanischen Ritus zur Vertreibung böser Geister in den Rauhnächten.

Es gibt jedoch einige ländliche Gegenden, in denen an Silvester nicht das Lärmen im Vordergrund steht, sondern das Erhellen der Nacht. Statt Raketen und Böller gibt es ein Silvesterfeuer, wie z.B. in einigen Orten im Kanton Aargau/Schweiz, die auf heidnische Bräuche zurückgehen. In der Gemeinde Hallwil ist das Silvesterfeuer verbunden mit dem Brauch des Silvesterdreschen, bei dem junge Männer unter dem Funkenregen des Feuers ihre Dreschflegel niedersausen lassen.
In Waischenfeld-Nankendorf, zwischen Forchheim und Bayreuth, steht das traditionelle Lichterfest an Silvester ganz im Zeichen katholischer Frömmigkeit. Hier feiern die Gläubigen an Silvester das Fest der Ewigen Anbetung, das bei Einbruch der Dunkelheit mit der Illumination der umliegenden Felsen und des Flüsschens Wiesent seinen Abschluss findet. Das Lichterfest setzt sich zusammen aus brennenden Holzstößen, bengalischen Leuchtfeuern und elektrischem Licht in Form von Kreuzen auf den Berghängen. Höhepunkt des Silvester-Schauspiels ist die Lichterprozession, bei der die Teilnehmer den Ort in Rot und Grün eintauchen lassen. Das Lichterfest in Nankendorf geht auf eine rund 100jährige Tradition zurück und zieht jedes Jahr eine große Besucherzahl an.

Bei allem Vergnügen, die ein Feuerwerk bereiten kann, sollten aber auch die Gefahren bedacht und gewisse Vorsichtsmaßregeln beachtet werden. Ausführliche Informationen und Sicherheitstips findest Du bei dem Internetangebot der Feuerwehr Frankfurt.

Brauchtum und Aberglauben an Neujahr

Mit Neujahr sind ebenfalls viele unterschiedliche Formen des Aberglaubens verbunden, die fast alle auf das Motto "Wie das neue Jahr begonnen wird, so wird es das ganze Jahr sein!" zurückzuführen sind.
Hausfrauen bemühen sich seit Generationen keine Wäsche zum Trocknen über Neujahr hängen zu lassen, da dies Unglück und viel Arbeit im kommenden Jahr mit sich bringe.
Auch viele Essens- und Trinkbräuche, die man zum Jahreswechsel pflegt, haben einen abergläubischen Hintergrund:
Der Spruch „Wer über die Jahre gut schmaust, hat das ganze Jahr vollauf“ bringt mit sich, dass man sich am Neujahrstag etwas besonders Gutes zum Essen gönnt.
Manch einer isst seine Linsensuppe oder sein Sauerkraut am Neujahrstag emsig auf, damit das Kleingeld im neuen Jahr nie ausgeht.
Auch der Neujahrskarpfen ist beliebt. Von diesem muss der Hausvater eine der Fischschuppen unter seinen Teller legen und anschließend das ganze Jahr über in der Geldbörse aufbewahren, denn dies soll einen prallgefüllten Geldbeutel garantieren.

Viele Bräuche werden heutzutage nicht mehr praktiziert, aber einige haben sich bis heute erhalten, so zum Beispiel schießt man in der Altmark beim Morgengrauen des Neujahrstages in die Gärten, damit die Bäume reichlich Früchte tragen mögen.
In Westfalen gab es früher das Neujahrs-Hämmern, bei dem der Schmied sich mit seinen Gesellen um den Amboß versammelte, um das alte Jahr mit rhythmischen Schlägen auszuhämmern.
In Norddeutschland gehen die Kinder am Neujahrstag mit dem sogenannten "Rummelpott" herum und singen Lieder. Der Rummelpott ist ein Tontopf, über den eine Schweinsblase mit einer Öffnung gespannt ist. Aus der Öffnung schaut ein Stück Schilfrohr heraus, das beim Reiben mit der Handinnenfläche ein brummendes Geräusch verursacht.
Auch in anderen Regionen in Deutschland gibt es das Neujahrssingen, wenn auch ohne "musikalische Begleitung". In Baden klingeln z.B. die Kinder an den Türen der Nachbarn und tragen kurze, überlieferte Reime vor, die einen Neujahrswunsch ausdrücken, deren Sinn oftmals aber auch Rätsel aufgeben.

Viele Ideen für Orakelspiele und die Bedeutung der Glückssymbole kannst Du unter Orakelspiele und Glückssymbole nachlesen.

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