Funkenfeuer

Funkenfeuer

Jedes Jahr wieder brennen vielerorts in Süddeutschland und in Tirol sowie Vorarlberg am ersten Sonntag nach Aschermittwoch große Feuer.
Was bedeutet dieser Brauch? Und woher kommt er? [mehr…]

Am ersten Sonntag der Fastenzeit, dies ist der erste nach Aschermittwoch, leuchten abends vielerorts in Süddeutschland, die "Funkenfeuer", auch Funken bzw. Scheibenfeuer genannt. Diese Scheiterhaufen, in der Regel werden sie auf Hügeln oder Bergen errichtet, so dass sie weithin sichtbar sind, bestehen aus Holz und Tannenbäumen. Dazu werde die Weihnachtsbäume nach dem Dreikönigstag von den jungen Leuten in den Gemeinden gesammlt. Auf diesen Scheiterhaufen wird eine Strohpuppe, meist als Hexe dargestellt, an einer hohen Stange festgebunden. Die Funkenhexe symbolisiert den Winter und die bösen Geister. Sie ist jedoch erst im 19. Jahrhundert in Anlehnung an Fasnachtsbräuche hinzugekommen und kein Überbleibsel der Hexenverfolgung.

Hexe auf dem Gehrenberg bei Markdorf

Die Scheiterhaufen werden bereits einen Tag vorher, also am Samstag, fertig gebaut. Jede Gemeinde will hierbei den höchsten Scheiterhaufen und die beste Hexe, die noch dazu am höchsten hängt, sein eigen nennen. Deswegen werden die Hexe und das Brennholz in der Nacht von Samstag auf Sonntag von jungen Freiwilligen gut bewacht. Ein Teil der Jugend macht sich auf den Weg zu den Scheiterhaufen der Nachbarorte, einerseits um diese zu begutachten und andererseits bei mangelnder Bewachung die Hexe zu stehlen und die Haufen anzuzünden.
Am Sonntagabend, sobald es dunkel ist, werden die großen Scheiterhaufen angezündet und die riesigen Feuer sieht man weit über das Land - vor allem wenn die Funken beginnen zu fliegen. Es ist ein wunderschöner Anblick, wenn man an einem Funkenfeuer auf einem Berg steht und auf den anderen Hügeln die anderen Funken sieht.


Der Funkenbrauch ist im Allgäu (hier heißt dieser Tag noch Funkensonntag) und in Schwaben (vom Bodensee bis zur Donau) bei Alt und Jung immer noch sehr beliebt. Die Menschen treffen sich bei Einbruch der Dunkelheit rund um das Funkenfeuer, essen die traditionellen Funkenküchle, trinken Glühwein und Kinderpunsch, während sie das Feuer beobachten, um etwas über die Zukunft zu erfahren.
Es handelt sich um einen recht alten Brauch, der bereits in einem lateinischen Brandbericht des Benediktinerklosters Lorsch aus dem Jahre 1090 erwähnt wird. In diesen ältesten schriftlichen Nachweis über Funkenfeuer steht zu lesen, dass Burschen den Brand mit einer brennenden Holzscheibe ausgelöst haben. Auch Berichte aus Basel aus dem 15. Jhdt. erzählen von der Verbreitung des Brauches, sowie Belege aus dem 16. Jhdt. aus Luzern, Bregenz und Innsbruck.

Die Bedeutung der Funkenfeuer ist heutzutage nicht eindeutig, jedoch werden sie zum einen damit erklärt, dass das Böse (die Hexe) zum Ende des Winters verbrannt wird, um damit die Sonne zustärken und Böses abzuwenden. Sie ähneln in diesem Zusammenhang den Ostern- bzw. Sonnwendfeuern. Zum anderen könnten sie auch keltischen Ursprungs sein, die mit solchen Feuern Fruchtbarkeitsriten und Brandopfer darbrachten. Es gibt jedoch Volkskundler, die behaupten, dass die Funkenfeuer auf keinerlei heidnischen Ursprung zurückzuführen sind, sondern in Verbindung mit der Frühjahrsreinigung des Hauses und der Wiesen zu bringen sind. Die Feuer dienten lediglich der Verbrennung des Unrats.

Die Art und Weise wie das Feuer abbrennt, bzw. wohin die "Hexe" fällt, gibt laut Überlieferung Aufschluß über das kommende Jahr. Die Funkenfeuer sind also eine Art Orakel

  • Je höher und heller das Feuer brennt, desto fruchtbarer und besser wird das folgende Jahr, sowohl Krankheit als auch Unglück werden abgewendet
  • Brennt der Scheiterhaufen und die Hexe fällt um, dann wird gesagt, dass aus der Richtung, in die die Hexe gefallen ist, die "Bösen Unwetter" kommen.

Ist das Feuer einigermassen abgebrannt, werden von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen Scheiben in die Glut geworden. Beginnen die Scheiben an der Außenhaut zu glühen, werden sie mit langen Stangen herausgeholt und über eine kleine Rampe funkensprühend talwärts geschleudert, dabei wir ein Spruch, der jedoch nicht immer so nett ist wie das folgende Beispiel:

Scheib aus, Scheib ei,
Scheib über da Roai,
dia Scheib, dia soll für
mei Freindinn sei.


Der Brauch der Funkenfeuer ist auch in anderen Regionen Europas bekannt, so im östlichen Frankreich, in Luxemburg, in Belgien, in der Schweiz, in Vorarlberg und Tirol.

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