Kallistus Katakombe

Unterirdischer Friedhof der ersten Christen in Rom zwischen Via Appia Antica, Via Ardeatina und Vicolo delle Sette Chiese gelegen. [mehr…]

Adresse:Via Appia Antica 110/126, 00179 Rom
Telefon:()
Eintrittspreise:

inkl. einer halbstündigen Führung
8 Euro, ermäßigt 5 Euro
Kinder unter 6 Jahre frei
Kinder bis 15 Jahre 5 Euro

Öffnungszeiten:

Das ganze Jahr offen, außer 1. Weihnachtsfeiertag, Neujahr und Ostersonntag. Geschlossen ist außerdem den ganzen Februar und jeden Mittwoch.
Ansonsten sind die Öffnungszeiten: 9.00 – 12.00 und 14.00 – 17.00 Uhr

Anfahrt:

Anfahrt mit dem PKW am besten über die Via Ardeatina. An der Kreuzung mit der Via delle Sette Chiese steht ein kleiner Kiosk mit Erfrischungen und Snacks. Dort gibt es auch Parkmöglichkeiten und der westliche Eingang zu den Katakomben ist genau gegenüber.
Auf der Via Appia Antica gibt es keine Parkmöglichkeiten!

Gut zu wissen...

Führungen werden angeboten
Parkmöglichkeit ist vorhanden
Anbindung an ÖPNV ist gegeben

Über Kallistus Katakombe

Geschichtliches

Ein Besuch der Katakomben ist etwas Besonderes und die Kallistus-Katakombe als der erste christliche Friedhof ein sehenswertes Beispiel. Es handelt sich um eine unterirdische Grabanlage, die aus der Not heraus angelegt wurde und mit der Zeit gigantische Ausmaße angenommen hat. Die unterirdischen Gänge haben eine Länge von 20 km!
In der Antike war es verboten, die Toten innerhalb der Stadtmauern Roms zu beerdigen, so dass entlang der Ausfallstraßen, z.B. an der Via Appia, die Gräber lagen. Im Laufe der Zeit bauten sich die wohlhabenden Römer monumentale Grabmäler bzw. Familiengruften. Den Christen war es in den ersten Jahrhunderten verboten eine christliche Bestattung durchzuführen, überhaupt ihre christlichen Rituale abzuhalten, so dass sie zusammen mit den heidnischen Römern und anderen beerdigt wurden. Wohlhabende römische Familien, die sich zum Christentum bekehrten, stellten daher ausserhalb Roms Grundstücke zur Verfügung, auf denen die Christen ihre Toten beerdigen konnten. Dies war nicht ohne Risiko, da Grundstücke jederzeit enteignet werden konnten, wenn der Verdacht bestand, dass christliche Riten vollzogen wurden. Auch wurde, wer dabei entdeckt wurde und als praktizierender Christ enttarnt wurde, zum Tode verurteilt. Die vornehme römische Patrizierfamilie der Caecilier soll ihren Privatbesitz an der Via Appia den Christen für die Bestattung der Toten zur Verfügung gestellt haben. Zu Beginn des 2. Jahrhunderts wurde das Verlangen der Christen nach einem eigenen Friedhof und dem christlichen Bestattungsritual so groß, dass sie immer mehr begannen unterirdische Grabgänge anzulegen, die die einzelnen Katakomben miteinander verbanden. Mitte des 2. Jahrhunderts wurden die unteriridischen Friedhöfe bereits von der Kirche verwaltet. Papst Zephyrin beauftragte den Diakon Calixtus mit der Verwaltung der Katakombe und der Sicherstellung einer würdigen Ruhestätte für die Christen, insbesondere für Sklaven und Arme. Nach dem Tode Papst Zephyrin wurde Kallixtus zum Papst gewählt und begann die Anlage zu vergrößern. Sie erhielt den Namen Kallistus-Katakombe.

Ein Besuch in den Katakomben

Um eines vorweg zunehmen. Die Katakomben in Rom waren niemals Zufluchtsorte der Christen, in denen sie über Wochen und Monate lebten. Leider stand diese Irrmeinung noch in den 80er Jahren in den Geschichtsbüchern der Schulen, doch neuere Forschungen können dies nun wider legen.
In den Gängen und Grabkammern fand man nur kleine Öllampen, die höchstens für die Dauer einer Stunde Licht boten, so dass man gerade zur Verehrung der Toten und zu einem stillen Gebet Zeit hatte. Auch wurden weder Lebensmittelreste, Fäkalien, noch Schlafkammern oder sonstige Dinge entdeckt, die darauf hindeuten würden, dass sich Menschen längere Zeit dort versteckt halten konnten. Der Verwesungsgeruch muss so gewaltig gewesen sein, dass man sich bevorzugt nur mit Duftfläschchen oder -tüchern hinein begab, die an den Grabkammern gefunden wurden.

Über einen langen geraden Fussweg, gesäumt von riesengroßen Zypressen, gelangt man zum Mittelpunkt der Anlage, wo der Ticketschalter und ein Andenkenladen stehen. Der heutige Einstieg zur Katakombe steht an der Stelle, an der bereits Calixtus hinabging. Auf einer neuen Treppe geht es ca. 20m in die Tiefe. Mit jeder Stufe wird es kühler und dunkler. An den Wänden sind Tafeln befestigt, die ursprünglich kleine Grabplatten waren. Die bedeutungsvollen Grabinschriften und Zeichnungen werden bei einer Führung zu Beginn erklärt. Sie zeugen von einem tiefen und ehrlichen Glauben, den die ersten Christen in Rom bis über ihren Tod hinaus pflegten. Nicht nur religiöse Motive sind zu sehen, auch antike Grafiti, in denen sehr weltlich z.B. mitgeteilt wird, dass Markus hier war.
Wohlhabende christliche Familien konnten sich große, unterirdische Grabräume leisten, in denen die Angehörigen der Familie bestattet wurden. Diese Räume waren mit farbigen Bildern zu christlichen Themen und Marmor ausgestattet. Die Märtyrer und Heiligen, so wie die Päpste wurden in eigenen Krypten beigesetzt. Die berühmteste ist die Krypta der Heiligen Cäcilie und die Krypta der Päpste. Alle anderen Christen wurden in Nischen, sogenannte Loculi, beigesetzt, die je nach finanziellen Möglichkeiten, mit einer Marmorplatte verschlossen wurden oder einfach mit Ziegeln zugemauert wurden. Kleine Täfelchen auf den Grabnischen gaben Aufschluß darüber, wer dort beerdigt worden war.

Immer mehr Christen wurden in den Katakomben wurden beerdigt und bald war kein Platz mehr für neue Gänge, Nischen und Grabkammern, so dass man einfach in die Tiefe grub. Daher ergibt sich beim heutigen Besuch der Katakomben das Bild der hohen Gänge mit Grabnischen bis unter die Decke. Die oberen Nischen sind die ältesten. In vielen Gängen sind rechts und links bis zu 5 Grabnischen übereinander. Die Gräber wurden von einem sogenannten Fossor angelegt, der bei Bedarf Angehörige durch das Labyrinth der Gänge an das richtige Grab führte.

Auch als mit der konstantinischen Wende, die Christen geduldet wurden (sogenannte Mailänder Vereinbarung von 313 "Wir geben den Christen und anderen die politische Ermächtigung, derjenigen Religion zu folgen, die sie wollen."), dienten die Katakomben weiterhin als Begräbnisstätte. Erst im 5. Jahrhundert begann die Kirche mit überirdischen Bestattungen und es standen die Friedhöfe, wie wir sie heute kennen. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden hier schätzungsweise 500.000 Christen in ca. 370.000 Gräbern bestattet auf einer Fläche von 15 ha (aufgrund es Platzmangels wurden einige Gräber doppelt besetzt).

Anmerkung:
Die Kallistus-Katakombe kann nur mit einer Führung besucht werden, die in vielen Sprachen angeboten werden. Fotografieren ist verboten. In den Grabnischen sind keine Gebeine mehr zu sehen, diese wurden Ende der 80er Jahre in Sicherheit gebracht, da einige Besucher immer wieder Knochen mitgehen ließen. Die Toten haben nun ihre letzte Ruhe im Katakombenbereich, der nicht zugänglich für die Öffentlichkeit ist.

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